{"id":273,"date":"2018-08-07T07:10:49","date_gmt":"2018-08-07T07:10:49","guid":{"rendered":"http:\/\/arge-russland.de\/?page_id=273"},"modified":"2018-08-07T07:10:49","modified_gmt":"2018-08-07T07:10:49","slug":"darf-ich-vorstellen-dr-brender","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/arge-russland.de\/?page_id=273","title":{"rendered":"Darf ich vorstellen? &#8211; Dr. Brender"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\" style=\"text-align: center;\" align=\"left\"><span style=\"font-family: Cambria;\"><span style=\"color: #a52a2a;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"it-IT\"><b>Darf ich vorstellen? &#8211; Dr. Brender<br \/>\n<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #a52a2a;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"it-IT\">Von Arne Niederhut (Bochum) aus DZRP Nr. 94, April 2011<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Cambria;\"><span style=\"color: #a52a2a;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"it-IT\"> \u00a0<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-family: Cambria;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Seit dem Erscheinen der beiden Artikel \u00fcber Dr. Brender in den Ausgaben 81 und 82 (2004 \/ 2005) der DZRP ist die Frage zur Person Dr. Brender und der Funktion seiner Organisation in Berlin noch immer nicht abschlie\u00dfend beantwortet. In diesem Artikel will ich versuchen, etwas Licht in das Dunkel zu bringen. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-family: Cambria;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Stanislau, \u00f6sterreichisches Ost-Galizien.<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><br \/>\nIsrael Meir (genannt Max) Brender wurde im Jahre 1888 in Stanislau als Sohn eines wahrscheinlich wohlhabenden Kaufmanns geboren. Die Bev\u00f6lkerung der heute in der Ukraine gelegenen Stadt (seit 1962 Iwano-Frankiwsk) setzte sich in der K.u.K. Zeit zu jeweils ca. einem Drittel aus Polen und Juden zusammen. Die drittgr\u00f6\u00dfte Bev\u00f6lkerungsgruppe bildeten die Ukrainer, der Rest der Einwohner kam aus allen Ecken der Donaumonarchie. Ab etwa dem dritten Lebensjahr besuchte Max Brender den Cheder, eine Art j\u00fcdische Gemeinde-Grundschule, in der die Kinder das hebr\u00e4ische Alphabet und die hebr\u00e4ische Sprache erlernen. Mit Erreichen des Schulalters besuchte er die Volksschule und im Anschluss daran ein Gymnasium. Es gibt Anhaltspunkte, die darauf hindeuten, dass es sich um das polnische Gymnasium Nr. 2 in Stanislau gehandelt haben k\u00f6nnte.<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" style=\"text-align: left;\" align=\"left\"><span style=\"font-family: Cambria;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Krakau<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><br \/>\nUm 1909 begann Brender das Studium der Rechtswissenschaften an der renommierten Jagiellonen-Universit\u00e4t in Krakau. W\u00e4hrend der Studienzeit erschienen zwei B\u00fccher Brenders in jiddischer Sprache beim Krakauer Verlag Schulamit. Die Liedersammlung &#8222;Im Sturm vom Leben&#8220; und der Prosa Band &#8222;Sommernacht&#8220; (Zumernekht). Letzterer ist Dank der Steven Spielberg Digital Yiddish Library online verf\u00fcgbar. Nach drei Examenspr\u00fcfungen im M\u00e4rz, Juli und November 1913 erlangte Brender am 2. Dezember 1913 die Doktorw\u00fcrde der Rechtswissenschaften. Nach biographischen Quellen soll Dr. Brender dann in Galizien und Wien als Anwalt t\u00e4tig gewesen sein. Der belegten zeitlichen Abfolge nach kann diese T\u00e4tigkeit aber keinen gro\u00dfen Umfang gehabt haben. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-268\" src=\"http:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-01.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-01.jpg 450w, https:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-01-300x265.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/> \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 <\/span><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Abb. 1 Max Brender 1912 in Krakau<br \/>\n<\/span><\/span><b><\/b><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Kopenhagen<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><br \/>\nBereits 1915 \u00fcbernahm Max Brender in Kopenhagen die Redaktion der jiddischen Zeitschrift &#8222;Das Wochenblatt&#8220;. Sp\u00e4ter erwarb er auch die kleine Druckerei der Zeitschrift. Die T\u00e4tigkeit in Kopenhagen dauerte bis 1921 an und endete mit Brenders Umzug nach Berlin, welcher dort das B\u00fcro einer j\u00fcdischen Hilfsorganisation f\u00fcr Pogrom-Opfer in der Ukraine \u00fcbernahm. Auch das Erscheinen des &#8222;Wochenblatts&#8220; wurde mit Brenders Umzug eingestellt. Die letzte Ausgabe erschien am 4. M\u00e4rz 1921.<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Berlin<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><br \/>\nDer fr\u00fcheste gemeldete Brender-Beleg datiert ebenfalls auf den 4. M\u00e4rz 1921, deshalb kann man wohl davon ausgehen, dass Dr. Brender seine T\u00e4tigkeit in Berlin umgehend aufnahm. Die Aufgaben des Skandinavisch-J\u00fcdischen Hilfskomitees bleiben jedoch weiterhin unbestimmt. Die in Heft 82 der DZRP ge\u00e4u\u00dferte Vermutung, dass eine Aufgabe die Weiterleitung von Post gewesen sein k\u00f6nnte, hat jedoch weitere Unterst\u00fctzung gefunden. Es bestand von 1920 bis zum Postvertrag zwischen der UdSSR und Rum\u00e4nien von 1924 eine Postsperre (Informationen Alexander Epstein). Zuerst f\u00fcr Post zwischen der Ukraine und dem w\u00e4hrend des B\u00fcrgerkrieges von Rum\u00e4nien besetzten Bessarabien, ab Dezember 1922, mit Gr\u00fcndung der UdSSR, soll dieses Verbot weiterhin f\u00fcr die Ukrainische SSR gegolten haben. Ungekl\u00e4rt bleibt dabei der Sinn von Brender-Belegen aus anderen Teilen der UdSSR. Bei Cherrystone wurde in der Mai 2006 Auktion ein Brender-Beleg vom Januar 1923 aus Aserbaidschan verkauft (Zuschlag 475$) sowie im Mai 2007 ein weiterer vom August 1922 mit Frankatur der Bergrepublik aus Wladikawkas (Zuschlag 4250$).<br \/>\nEin \u00e4hnlicher Weiterleitungsdienst war in Versailles ans\u00e4ssig, von diesem sind weitergeleitete Belege bekannt. Trotz intensiver Bem\u00fchungen ist es mir jedoch nicht gelungen, einen weitergeleiteten Brender-Brief zu finden. Weder bei den angesprochenen Rum\u00e4niensammlern noch bei den Infla-Sammlern ist ein Beleg mit deutscher Frankatur, Adressat in Bessarabien und Absender in der Ukraine aufgefallen.<br \/>\nDas Hilfskomitee existierte auf jeden Fall bereits vor der Postsperre. In der Bibliographie der jiddischen Publikationen in D\u00e4nemark von Morten Thing (Universit\u00e4t Roskilde) findet sich folgender Titel, der in Brenders Wochenblatt-Verlag erschienen ist: &#8222;Barikht fun Kopenhagener hilfskomitet far di milkhomeh-gelitene yuden. Far der tsayt fun&#8217;m 1-ten februar 1919 biz&#8217;n 30 yuni 1920, print &#8222;Dos vokhenblat&#8220;, 38 p., Cph. 1920.&#8220; (Bericht des Kopenhagener Hilfskomitees f\u00fcr die kriegsgesch\u00e4digten Juden f\u00fcr die Zeit vom 1.2.1919 bis zum 30.6.1920).<br \/>\nAuff\u00e4llig ist auch, dass Dr. Brender sich nach dem Ende der Postsperre wieder als Zeitschriften-Herausgeber bet\u00e4tigte. Im Mai 1924 erschien die erste Ausgabe seiner &#8222;Jiddischen Illustrierten Zeitung&#8220; beim Verlag von Hermann Goldberg. Es handelte sich dabei um eine illustrierte Unterhaltungszeitschrift f\u00fcr die ganze Familie. Das Blatt erschien jeden Freitag und brachte interessanterweise in jeder Ausgabe eine Seite zu philatelistischen Themen (Abb. 2 &amp; 3). Gro\u00dfer Erfolg scheint Brender mit der &#8222;Illustrierten Zeitung&#8220; jedoch nicht verg\u00f6nnt gewesen zu sein. Nach der Nummer 31 (Dezember 1924) sind keine weiteren Ausgaben bekannt.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-262\" src=\"http:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-02.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"310\" srcset=\"https:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-02.jpg 450w, https:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-02-300x207.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><br \/>\n<\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Abb. 2 Briefmarken Tauschanzeige in der Jiddischen Illustrierten Zeitung (Heft Nr. 3).<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>&#8222;Briefmarken-Tausch!<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><br \/>\nBriefmarken von Deutschland, Polen, Ru\u00dfland, Serbien, will ich tauschen mit Briefmarken von allen anderen L\u00e4ndern, besonders von der T\u00fcrkei, Palestina und den englischen Kolonien. Ich bitte um Angebote auf &#8222;Philatelist&#8220; in der Administration der Zeitung.&#8220;<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-269\" src=\"http:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-03.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"569\" srcset=\"https:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-03.jpg 400w, https:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-03-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/> \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 Abb. 3 W\u00f6chentliche Beitragsreihe zur Philatelie<br \/>\nin der Jiddischen Illustrierten Zeitung. Hier der Artikel &#8222;Wie Briefmarken gesammelt werden&#8220; aus Heft Nr. 4 (13.6.1924). Der Beitrag ist gezeichnet AM oder AS.<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ein wesentlicher finanzieller R\u00fcckschlag scheint dabei aber nicht eingetreten zu sein, denn im Jahr 1925 erwarb Brender in Berlin-Hermsdorf das Haus Berliner Str. 47. Aus den Kurzbiogra-phien in jiddischen Publikationen geht hervor, dass Brender in der Folge als Korrespondent f\u00fcr amerikanische und polnische Zeitschriften in jiddischer Sprache t\u00e4tig war. Als Mitbewohner f\u00fchrt das Berliner Adressbuch einen Jonas Brender, der wiederum in erhaltenen Schulunterlagen aus Stanislau zu finden ist. Berufsangabe f\u00fcr Jonas Brender ist ebenfalls Journalist. Es k\u00f6nnte sich dabei um einen j\u00fcngeren Bruder von Max Brender handeln. Im Winter 1927 reiste Max Brender nach Wien an das Krankenbett seiner Mutter, die zur Behandlung in der renommierten Frauenheilanstalt des Sanatoriums L\u00f6w weilte. Am 4. Dezember erlitt Brender direkt im Krankenhaus, einen Angina Pektoris-Anfall und in Folge einen Herzinfarkt, der zum sofortigen Tod im Alter von nur 39 Jahren f\u00fchrte (Abb. 4). Da in diesem Zeitraum keine Frau Brender als in Wien verstorben nachzuweisen ist, ist die Wahrscheinlichkeit gro\u00df, dass sich seine Mutter von ihrer Erkrankung erholte.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-270\" src=\"http:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-04.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"299\" srcset=\"https:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-04.jpg 450w, https:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-04-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Abb 4. Nachruf f\u00fcr Max Brender in der J\u00fcdischen Rundschau (Berlin) vom 09.12.1927<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Am 7. Dezember 1927 wurde Dr. Max Brender auf dem neuen j\u00fcdischen Teil des Zentralfriedhofs (Tor 4) in Wien beigesetzt. Als Auftraggeber f\u00fcr die Beerdigung ist in den Unterlagen der Friedhofsverwaltung ein Dr. Eugen Schajowitsch (Name schlecht lesbar, m\u00f6glicherweise ein Rechtsanwalt?), sowie die Gattin Rachel Brender aufgef\u00fchrt.<br \/>\nLaut Datenbank der Friedhofsverwaltung liegt Dr. Brender bis heute in Gruppe 4, Reihe 33, Grab 66. Dort ist jedoch nur ein Grabstein f\u00fcr einen Ernst Kohn zu finden, der dort am 30. Januar 1929 beigesetzt wurde (Abb. 5). <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-271\" src=\"http:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-05.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"506\" srcset=\"https:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-05.jpg 450w, https:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-05-267x300.jpg 267w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/> <\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0 \u00a0 Abb. 5: Das Grab von Ernst Kohn, der nach der Umbettung von Max Brender<br \/>\nauf dessen ehemaliger Grabstelle beigesetzt wurde.<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Kultusgemeinde vertrat im Gegensatz dazu von Anfang an die Ansicht, dass Brender im Verlauf des Jahres 1928 exhumiert und verlegt wurde. Erst ein Besuch bei der Friedhofsverwaltung bewegte diese dazu, tats\u00e4chlich im alten Gr\u00e4berbuch nachzusehen. Es zeigte sich, dass dieses einen handschriftlichen Zusatz enth\u00e4lt, in dem die Verlegung nach Stanislau festgehalten wird. Leider endet hier die Spur. Der j\u00fcdische Friedhof in Stanislau wurde w\u00e4hrend des Krieges verw\u00fcstet und die Lage des Grabes der Familie Brender ist heute unbekannt.<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Dr. Brenders &#8222;Schatz&#8220; &#8211; Ein m\u00f6gliches Szenario als Ansatz:<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><br \/>\nVermutlich wurden die nummerierten Eingangsumschl\u00e4ge als T\u00e4tigkeitsnachweis f\u00fcr die Spender in D\u00e4nemark aufbewahrt. Sp\u00e4testens nach Brenders Tod gerieten sie vollends in Vergessenheit und blieben m\u00f6glicherweise einfach im Haus Berliner Str. 47 zur\u00fcck, das 1928 oder 1929 an einen Herrn Kaminski verkauft wurde. Ob dieser sich um den Haufen Briefe im Keller oder auf dem Dachboden gek\u00fcmmert hat? Wie ich bereits 2005 anmerkte, halte ich dies f\u00fcr unwahrscheinlich, weil das Sammeln von Bele-gen vor dem 2. Weltkrieg bei weitem nicht den Stellenwert hatte wie heutzutage und die Mar-ken wohl eher abgel\u00f6st in Briefmarkenalben gelandet w\u00e4ren.<br \/>\nWieder einmal erweist sich die Beweislage in Sachen Dr. Brender als \u00e4u\u00dferst d\u00fcnn. Wie auch von Brenders Grab ist von seinem Haus in Berlin keine Spur geblieben. Heute gibt es auf der Berliner Stra\u00dfe in Hermsdorf noch nicht einmal mehr eine Nr. 47. Die Bewohnerin des Nachbargrundst\u00fccks konnte sich nur noch daran erinnern, dass Ihre Schwiegereltern das verfallende Nachbarhaus immer als &#8222;Kaminski-Haus&#8220; bezeichnet hatten, bevor es in den 50er Jahren abgerissen wurde. Die sp\u00e4tere Bebauung des Eckgrundst\u00fccks wurde auf den Hermsdorfer Damm ausgerichtet und dort in die Hausnummernfolge eingegliedert.<br \/>\nIm Oktober 2008 erbrachte bei Cherrystone ein Brender-Beleg mit Zwangsspendenmarke MiNr.1 von Nowotscherkassk 12500$, im Januar 2008 ein Beleg mit Bogenteilen MiNr.158xa, darauf 10 Kehrdruckpaare mit senkrechtem Zwischensteg (Stempel von Odessa) sogar 21000$, dieser Beleg d\u00fcrfte eine der gr\u00f6\u00dften Rarit\u00e4ten der Inflationszeit darstellen!<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong>Offene Fragen<\/strong><br \/>\nEs ist weiterhin unklar, wann und wie die Belege in den Handel gelangt sind. Der Verbleib von Brenders Frau Rachel sowie von Jonas Brender ist leider noch unbekannt. Eine Rachel Brender (geb. 1893) ist 1982 in Hollywood, Florida verstorben. Ob es sich dabei um Brenders Witwe handelt, lie\u00df sich bis jetzt nicht ermitteln.<br \/>\n<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Literatur:<\/b><\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><br \/>\nDr. Marion Neiss; Presse im Transit &#8211; Jiddische Zeitungen und Zeitschriften in Berlin von 1919 bis 1925, Metropol Verlag, 2002<br \/>\nBenz\/Paucker\/Pulzer; J\u00fcdisches Leben in der Weimarer Republik, Mohr Siebeck, 1998<br \/>\nMorten Thing; Yiddish Booklist &#8211; Yiddish Printing in Denmark, Schriftenreihe der Universit\u00e4tsbibliothek Roskilde Nr. 47, 2007<br \/>\nLeksikon fun der Nayer Yidisher Literatur, Band 1, New York, 1956<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">F\u00fcr ihre gesch\u00e4tzte Hilfe geht mein Dank an:<br \/>\n&#8211; Dr. Marion Neiss vom Zentrum f\u00fcr Antisemitismusforschung an der TU Berlin, die mir freundlicherweise die Ausz\u00fcge aus\u00a0 Brenders &#8222;Illustrierter Zeitschrift&#8220; zur Verf\u00fcgung stellte und mir bei Problemen mit der jiddischen Sprache zur Seite stand.<br \/>\n&#8211; Alexander Epstein f\u00fcr seine Informationen zur Postsperre.<br \/>\n&#8211; der Universit\u00e4tsbibliothek Roskilde f\u00fcr das Foto von Dr. Brender, nach dem ich schon lange gesucht hatte.<br \/>\n&#8211; Magister Wolf-Erich Eckstein von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, der f\u00fcr mich auf die Suche nach Dr. Brenders verschwundener Grabstelle ging.<br \/>\n&#8211; Gisela Erler vom Landesarchiv Berlin<br \/>\nsowie folgenden Forenbenutzern, die ich hier mit ihren Onlinenamen auff\u00fchre:<br \/>\n&#8211; Rossica Samovar Forum: jlechtanski<br \/>\n&#8211; Briefmarken-Forum.com: stip2 und Michaela, die das Foto von Morten Thing von Brenders angeblichem Grab machte.<br \/>\n&#8211; Philaforum.de: wien13 und steppenwolf<br \/>\n&#8211; BDPh Forum: gerhard.heinrich, von dem die Hinweise auf die Postsperre stammen.<br \/>\n&#8211; forum.Ahnenforschung.net: Kasstor, der mich schlussendlich auf die richtige Spur zu Dr. Brenders Geschichte gesetzt hat. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-267\" src=\"http:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-07.jpg\" alt=\"\" width=\"1800\" height=\"1312\" srcset=\"https:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-07.jpg 1800w, https:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-07-300x219.jpg 300w, https:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-07-768x560.jpg 768w, https:\/\/arge-russland.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RSFSR_Brender-07-1024x746.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1800px) 100vw, 1800px\" \/>\u00a0 \u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><span style=\"font-family: Cambria;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"left\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Darf ich vorstellen? &#8211; Dr. Brender Von Arne Niederhut (Bochum) aus DZRP Nr. 94, April 2011 \u00a0 Seit dem Erscheinen der beiden Artikel \u00fcber Dr. Brender in den Ausgaben 81 und 82 (2004 \/ 2005) der DZRP ist die Frage zur Person Dr. Brender und der Funktion seiner Organisation in Berlin noch immer nicht abschlie\u00dfend &hellip; <a href=\"https:\/\/arge-russland.de\/?page_id=273\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Darf ich vorstellen? &#8211; Dr. Brender<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":261,"parent":34,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-273","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arge-russland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/273","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/arge-russland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/arge-russland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arge-russland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arge-russland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=273"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/arge-russland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/273\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":278,"href":"https:\/\/arge-russland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/273\/revisions\/278"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arge-russland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/34"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arge-russland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/261"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arge-russland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=273"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}