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Randnotizen

letzte Änderung 19.11.2010
AUS DER GESCHICHTE DER RUSSISCHEN PHILATELIE (7):
OLEG FABERGÉ, MICHEL LIPHSCHUTZ UND SIMON TCHILINGHIRIAN


zusammengestellt von Michael Kuhn (Bamberg) AIJP


Fabergé, Oleg Agafonovich

Geboren 1. August 1923 Leningrad, verstorben 5. Mai 1993 in Helsinki, Finnland. Bereits vor dem Tod seines berühmten Vaters Agathon Fabergé war Oleg ein ernsthafter Sammler. Die Semstwo-Sammlung, die er zusammentrug, war sein eigenes Werk. 1988 wurde sie im Ehrenhof der Finlandia 88 World Philatelic Exhibition ausgestellt. Wegen der außerordentlichen Qualität, Umfang und Rarität des ausgestellten Materials beschloß die Philatelic Foundation of Finland der Sammlung ein Buch "Imperial Russia Zemstvo Post" zu widmen. Die Auswahl erfolgte durch Oleg Fabergé selbst. Einen Tag nach seinem Tod erschien das Buch in einer Auflage von 600 Exemplaren. Außerdem bedeutende Sammlung der Postmeister-Provisorien der frühen Sowjetzeit.
[Post-Rider 32, 18 (1993), Rossica 121, 38 (1993)].


Liphschutz, Michel

RDP, Hon. FRPSL Geboren 25. Februar 1910 in St. Petersburg, verstorben 5. September 1994 in Paris. Seine Familie emigrierte 1924 nach Frankreich. Am 11. November 1930 wurde er eingebürgert und konnte seine Studien als Chemie-Ingenieur abschließen. Aus Sicherheitsgründen musste er während der deutschen Besetzung nach Marseille ausweichen. Sein ganzes Berufsleben verbrachte er bei einem Farbenhersteller. Nach dem 2. Weltkrieg fing er an, die beste existierende Sammlung von Russland, den Nachfolgestaaten und Semstwo aufzubauen. Er war Unterzeichner der Roll of Distinguished Philatelists (1968) und Gewinner vieler Goldmedaillen. Seit 1970 war er Präsident des Cercle Philatélique France-URSS. 1993/94 wurde seine Sammlung größtenteils bei Harmers Auctions SA, Melide, Schweiz, versteigert.
[Post-Rider 35, 72 (1994)/ The London Philatelist Volume 102, 1203, 75, Volume 103, 1220, 288 (November 1994)]

Liphschutz, Michel



Tchilinghirian, Simon D.

Geboren 14. Februar 1902 in Smyrna, dem heutigen lzmir in der Westtürkei, verstorben 11. Juli 1967 in Montreux, Schweiz.
Tchilinghirian stammte aus einer noblen armenischen Familie französischer Herkunft. Erzogen wurde er in einer französischen Schule. Er lebte lange Zeit in Ägypten und bereiste die ganze Welt. Verschiedene europäische und asiatische Sprachen sprach er fließend. Er war er ein guter Bridge-Spieler und errang mehrere Meistertitel. Tchilinghirian war ein Mann von großer Kultur mit einer Passion für Geschichte und Geographie.
Sein größtes Hobby aber war die Philatelie. Vielleicht hatten die fremden Postämter in seiner Geburtsstadt Smyrna ihn angeregt, sich mit den fremden Postanstalten in der Levante zu befassen. Er erinnerte sich, dass er in den 20er Jahren Marken auf Brief von seinen Verwandten im Kaukasus erhielt, welche in den weltberühmten Mangan-Minen in Tchiatury (Georgien) arbeiteten. Er konnte es sich später kaum vergeben, dass er damals ein Pärchen von Daghestan Stars abgelöst hatte. Vom Philatelisten zu einer Autorität für russische Marken und Stempelkunde war es nur ein kurzer Schritt für eine solche Begabung. Bereits 1925 erschien sein erster Beitrag in der englischen philatelistischen Presse, ein Artikel über Sowjet-Georgien in Gibbons Stamp Monthly. Es entstanden dann nach und nach:

1953-60 zusammen mit Peter Ashford "The Postage Stamps of Armenia" in fünf Bänden.
1957-60 in Zusammenarbeit mit W. S. E. Stephen "The Stamps of the Russian Empire Used Abroad" in sechs Bänden mit 576 Seiten, ausgezeichnet mit der Crawford-Medaille.
1962-67 ebenfalls zusammen mit W. S. E. Stephen "The Stamps of Austria Used Abroad", sieben von acht Bänden. Der achte Band wurde nach dem Tod beider Autoren 1980 von Keith Tranmer fertiggestellt.
1964-1967 zusammen mit R. A. Bernadelli "The Stamps of Italy Usad Abroad", fünf Bände.
1967 arbeitete er an einem ersten Teil einer Serie zu "German Post Offices Abroad", der nicht zur Veröffentlichung kam.

[Ukraine-Philatelist 3, (März 1954)/ BJRP 41, 19/20 (1967)/ B. St. G. Drennan, Journal of Chinese Philately, 42/43,Vol. (15 Dec. 1967)/ Keith Tranmer, in: Preface zu Band 8 Austrian Post Offices Abroad, 1980.