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Das Moskauer Triumphtor
Триумфалъныя Ворота
letzte Änderung 8.12.2015


Karl Lukas,  Illingen hat 2002 das im Sonderstempel zum dreißigjährigen Vereinsjubiläum der Zeitschrift "Neues zum Sammelgebiet Russland-UDSSR Russische Föderation" abgebildete Moskauer Triumphtor zum Anlaß genommen, einen kleinen Artikel zur Geschichte dieses Tores zu schreiben. 
 
Auf Anregung von Zar Nikolaus I. erbaute 1827 - 1834 der russische Architekt Osip Bowe (Beauvais) auf dem Platz an der Stadtgrenze, wo einst der Schlagbaum der Zollstation an der Twerer Straße war, heute Platz vor dem Weißrussischen Bahnhof, ein Triumphtor im römischen Stil.Dieses Triumphtor sollte an die Siege von 1812 - 1814 über die napoleonischen Armeen erinnern.
Nach dem Vorbild des Titusbogens in Rom lautete die Inschrift auf der Attika "Zur Erinnerung an die Taten Kaiser Alexanders I. 1812". Er war mit Statuen von Kriegern, Reliefs und oben mit einer Siegesgöttin auf einem Sechsergespann geschmückt. (Rußland Handbuch für Reisende von K. Baedeker Leipzig von 1912).
Abb. 1 Das "alte" Triumphtor
 
 
 
1936, bei der großen Umgestaltung der inzwischen umbenannten Gorki Straße, wurde das Triumphtor abgebrochen. Die gewaltige Quadriga konnte dann später im Garten des Architekturmuseums, dem früheren Donskoi Kloster, besichtigt werden. 1968 erfolgte ein Nachbau des Triumphtores auf dem Kutusow-Prospekt neben dem Panorama-Museum „Die Schlacht von Borodino“.
Abb. 2 Lageplan des „neuen“ Triumphtores
 
War das erste Triumphtor ein Ziegelbau mit Kalkstein verkleidet, so ist der Neubau eine Stahl- und Betonkonstruktion. Beschrieben wird das neuen Triumphtor in dem „Progress – Reiseführer“ MOSKAU Kurzer Reiseführer von W. T. Tschernow von 1980 auf Seite 115-16 wie folgt:
Der wieder errichtete Triumphbogen hat an seinen vier Seiten korinthische Säulenpaare, zwischen denen Kriegerstatuen und Flachreliefs mit allegorischen Darstellungen einzelner Etappen des Vaterländischen Krieges angeordnet sind.
Um die Attika des Bogens sind Frauengestalten gruppiert, die „Tapferkeit“, „Standhaftigkeit“ und „Sieg“ (das russische Wort „pobeda“ ist weiblichen Geschlechts) symbolisieren. Der Triumphbogen ist von einer geflügelten Ruhmesgöttin auf einem sechsspännigen Kampfwagen gekrönt. An der einen Seite des Bogens steht zu lesen: „Tapfere und siegreiche Truppen! .... Jeder von euch ist ein Retter des Vaterlandes! Rußland grüßt euch.... Eure ruhmvollen Taten und euer Heldengeist werden nie vergessen sein! .... Die Nachkommen werden sie im Gedächtnis bewahren. Mit eurem Blut habt ihr das Vaterland gerettet.“ Das alles sind Auszüge aus Befehlen, die Michail Kutusow 1812  erließ.
Abb. 3 Das "neue" Triumphtor
 
Abb. 4: zeigt das Tor um 1900, Blick stadtauswärts auf die Petersburger Chaussee
 
Abb. 5:  zeigt das Tor um 1900, Blick stadteinwärts
 
Abb. 6: Das Tor um 1927, Blick stadtauswärts; zwischen dem Triumphtor und dem linken Gebäude ist der Weißrussische Bahnhof zu sehen
Abb. 6a: Das Triumphtor Ende  der 1920er [die Karte wurde im Oktober 1929 geschrieben]
 
Abb. 7: Das Tor um 1933, Blick Stadtauswärts, ca. drei Jahre später erfolgte der Abriss
 
Abb. 8: zeigt die Wagenlenkerin mit den Pferden und eine sitzende Frau (vermutlich eine Siegesgöttin), ausgestellt auf dem Gelände des Donskoi-Klosters, dass damals als Architekturmuseum diente; diese Karte stammt von 1956
 
Abb. 9: Das Tor, auf einer Ganzsache von 1970, am neuen Standort, auf dem Kutusow-Prospekt
 
Abb. 10: Das Triumph-Tor Anfang der 1980iger Jahre am neuen Standort auf dem Kutusow-Prospekt